Wärmebrücke #
Bereich der Gebäudehülle mit erhöhtem Wärmeverlust gegenüber der umgebenden Fläche.
Wärmebrücken entstehen an Übergängen zwischen verschiedenen Bauteilen (Fenster-Anschluss, Sockel, Dachkante, Balkon, Decken-Außenwand) oder durch geometrische Sprünge. Sie verursachen lokal niedrige Innen-Oberflächentemperaturen → Schimmelgefahr. Energetisch werden sie mit dem Wärmebrückenzuschlag ΔUWB pauschal oder rechnerisch erfasst.
ΔUWB #
Wärmebrücken-Zuschlag — pauschal 0,10 W/(m²·K), bei vereinfachtem Nachweis 0,05.
Der ΔUWB-Wert (Delta U Wärmebrücke) ist der pauschale Aufschlag auf den mittleren U-Wert der Hüllfläche, um die Wärmebrücken-Verluste pauschal zu berücksichtigen. Standardwert 0,10 W/(m²·K) ohne Detail-Nachweis, 0,05 mit Bewertung nach DIN 4108 Beiblatt 2.
Hüllfläche #
Summe aller wärmeübertragenden Außenflächen — Außenwand + Dach + Boden + Fenster.
Die Hüllfläche (auch A in der Bilanzierung) ist die Summe aller Flächen, durch die ein Gebäude Wärme an die Außenwelt verliert. Wird brutto gemessen (Außenkanten). Das Verhältnis A/V (Hüllfläche zu Volumen) ist ein Maß für die Kompaktheit — je kleiner, desto energetisch besser.
U-Wert #
Wärmedurchgangskoeffizient — W/(m²·K). Je kleiner, desto besser gedämmt.
Der U-Wert beschreibt, wie viel Wärme pro Sekunde durch 1 m² eines Bauteils strömt, wenn die Temperaturdifferenz 1 Kelvin beträgt. Einheit W/(m²·K). Beispiele: einfach verglastes Fenster 5,8, modernes 3-fach-Glas 0,7.
Energieausweis #
Pflicht-Dokument bei Vermietung/Verkauf — Bedarfs- oder Verbrauchsausweis nach GModG.
Nach § 80 GModG muss bei Vermietung oder Verkauf einer Immobilie ein Energieausweis vorgelegt werden. Es gibt zwei Varianten: Bedarfsausweis (berechnet nach DIN V 18599) und Verbrauchsausweis (basierend auf 3-Jahres-Verbräuchen). Der Bedarfsausweis ist Pflicht bei älteren kleinen Wohngebäuden (bis 4 Wohnungen, Bauantrag vor dem 1.11.1977, nicht modernisiert).
Primärenergie #
Energie inkl. der Verluste bei Gewinnung und Transport (vor Verbrauch).
Primärenergie umfasst nicht nur die im Gebäude verbrauchte End-Energie, sondern auch die Verluste bei Förderung, Umwandlung und Transport. Energieträger haben unterschiedliche Primärenergie-Faktoren: Strom ~1,8, Erdgas 1,1, Holz 0,2. QNG-Plus verlangt ≤ 96 kWh/(m²·a) nicht-erneuerbare Primärenergie.